Bericht:  Mittelasiatische Owtscharki im Elsass

(Russischer Owtscharka Club ROC)

  

 Mittelasiatische Owtscharki im Elsass

Bericht über die CAO-Zucht von Ronald Guldenschuh

 Der Hornihof von Roland Guldenschuh ist nicht weit von Basel entfernt; aber weit genug um sich mitten in einer von der Natur geprägten, landschaftlich sehr eindrucksvollen Umgebung wiederzufinden. Berge und Täler, Wiesen und Wälder prägen die typische elsässische Landschaft direkt hinter der deutschen Grenze.  

Hier, in der Nähe von Kiffis,  etwa eine Stunde entfernt vom Trubel der Großstädte Basel oder Mulhousen, züchtet ein Mann mit seiner Lebensgefährtin, einer praktizierenden Tierärztin, Lamas und mittelasiatische Owtscharki.

©Reuland

Ronald Guldenschuh ist viel rumgekommen in der Welt. Auf seinen Reisen nach Südamerika und Vorderasien entdeckte er seine Passion für die Tiere, die er hier auf einem um die 60 Hektar großen Hof- ,Wald- und Weidegelände seit Anfang der 90ziger züchtet und hält. 

 Für mich als langjährigem Hundezüchter und Halter von Schäferhunden und Hovawarten, der spätberufen seine Liebe zu den aus Osteuropa und Mittelasien stammenden Hunderassen entdeckte, ist es besonders beeindruckend, mittelasiatische Owtscharki (CAO) in einer solch weitläufigen Umgebung gehalten, zu erleben.

Tausende Kilometer von ihren Ursprungsregionen in Osteuropa und Mittelasien entfernt, lebt bei Roland Guldenschuh wohl die, mit ca. 20 Exemplaren, größte Anzahl mittelasiatischer Owtscharki hier in unserer mitteleuropäischen Region.

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Und was mindestens ebenso interessant ist,  ist die Tatsache, dass die von Guldenschuh gehaltenen CAO (Zentralasiatische Owtscharki)  zudem der ursprünglichsten Berufung dieser Hunde nachgehen, nämlich der Bewachung von Mensch und Tier.

Erlebt man die CAO auf dem Hornihofgelände anlässlich eines Besuchs, dann ist es ob der Einsamkeit dieses Ortes umso erstaunlicher, wie friedlich und kontrolliert die Hunde den Fremdling über Tags empfangen. Guldenschuh hat wenig Mühe die Hunde davon zu überzeugen, dass wiedereinmal ein Fremder den Hof besichtigen möchte. Er fügt allerdings hinzu, dass sich das Verhalten der Hunde in der herandämmernden Nacht verändert, und sie dann wachsamer ihrer Aufgabe nachgehen.

Auch hält er, die wachsameren Exemplare in speziellen Ausläufen und lässt sie erst abends, wenn Besucher den Hof verlassen haben, ihren Aufgaben nachkommen.

Charakterlich sind die Hunde, die fast alle auf dem Hornihof geboren und aufgezogen wurden, natürlich nicht alle gleich. Es gibt kritisch zurückhaltende Typen, neugierige und freundliche unter ihnen. Überschäumendes Temperament ist kaum festzustellen, alle machen einen ausgeglichenen Eindruck. Kein Wunder, in dieser weitläufigen hundegerechten Umgebung, dachte ich mir so, anlässlich meines Besuches im Dezember 2007.   

Nicht wirklich klar wurde, ob gute und intensive Sozialisation, besonders im Sommer besuchen Schulklassen und Wanderer den Hornihof, der Grund für die relative Umgänglichkeit der Hunde „vom Blauen Berg“ (so nennt Guldenschuh seine Zucht) sind.

Ein weiterer Grund könnte nach Guldenschuhs Angaben sicher auch die Tatsache sein, dass er seine Zucht bisher hauptsächlich  auf afghanische und tadschikische CAO-Linien begründet.

Bezüglich der Tadschikischen CAO Linien könnte das schon fraglich sein, die sind dem Vernehmen nach eher für ihre erhöhte Wachsamkeit bekannt.

 

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Seine Vorliebe für afghanische Linien begründet Guldenschuh hauptsächlich, mit der enormen Beweglichkeit und der Ursprünglichkeit dieser Tiere.

Trotz gewisser Vielfältigkeit in der Anatomie, sind die Hunde vom Blauen Berg nicht gerade klein. Viele sind deutlich über 70 cm Schulterhöhe, einige haben locker 78- 80cm und mehr. Wenige dieser großen,  imposanten Hunde  machen einen molloserhaften Eindruck. Trotz ihrer Größe sind sie eher hochbeinig-schlank und elegant. Schwerfälligkeit und fehlende Bewegungsfähigkeit sind für Guldenschuh eher ein zuchtausschließendes Moment.

Ein Bewegungswunder ist der 4 jährige weißschwarze Ayrak. Als Schäferhundmann erkenne ich sofort, dass der enorme Schub aus der Hinterhand kommt und auf die gute Winkelung zurückzuführen sein muss.  Auch vorne ist die Bewegung vorwärts-aufwärts eine Augenweide. Ayrak , ca. 74cm hoch, ist der Stolz seines Herrn. Er verkörpert das, was Ronald Guldenschuh bei seinen CAO an Beweglichkeit mag. 

 Deshalb meidet er sogenannte „russische Abstammungen“, die ihm, wie er kritisch anmerkt, zu oft auf das „Ausstellungskriterium Masse“ ausgerichtet sind.

Dennoch hält der Züchter vom Blauen Berg wenig davon, aus regionalen CAO-Schlägen eigene Rassen bilden zu wollen. Die genetische Vielfalt mittelasiatischer Owtscharki ist für ihn Garant für Gesundheit und Robustheit. Da können dann angesichts der schwer zugänglichen Abstammungen aus Afghanistan auch schon mal etwas andere Blutlinien  vorhanden sein.

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Guldenschuh ist in der glücklichen Lage seine Welpen und Junghunde nicht mit 8 Wochen  sofort verkaufen zu müssen. Sein Anwesen erlaubt es ihm seine Hunde zu behalten, bis er passende Hundebesitzer gefunden hat, die mit diesen seltenen Hunden etwas anzufangen wissen, und über die entsprechenden Voraussetzungen verfügen. Er verkauft seine Tiere in das gesamte benachbarte europäische Ausland.

Inzwischen ist er in der CAO-Scene bestens bekannt und muss sich um den Absatz seiner Welpen wenig Sorgen machen. Besonders wertvolle Exemplare stellt er mit der Unterstützung seiner Lebensgefährtin Petra Mellert auch auf offiziellen Ausstellungen vor.

©Guldenschuh

In Frankreich ist es im übrigen relativ problemlos möglich, Hunde ohne Abstammungspapiere anerkennen und kören zu lassen, was dem offenen Genpool der CAO entgegen kommt. Nomaden und CAO-Halter   in den Ursprungsländern  haben sich in der Vergangenheit wenig für auf dem Papier nachweisbare Abstammungen interessiert.

Mein Besuch auf dem Hornihof in Winter 2007 war ein wirkliches kynologisches Erlebnis. Mein Dank gilt der Gastfreundschaft und Herzlichkeit von Ronald Guldenschuh und Petra Mellert. 

Wer mehr über Ronald Guldenschuh und seine CAO wissen möchte, dem ist zu empfehlen mal im Internet nachzuschauen www.pamirhunde.com

  ©Kirner                                             ©Reuland                                       ©Guldenschuh

Bericht von Th. Reuland, ©threuland